APRIL


An diesen tristen Regentagen
such ich, auf Frühling eingestellt
der Liebe hoffnungsvolles Fragen
den Lichtstrahl, der die Welt erhellt.

Endlich reißt der Himmel auf
Sonne bricht durch schwarze Schleier
frisst die Wolkenberge auf
wächst ins Blau, wird zum Befreier.

Wärmt der Erde braune Kruste
öffnet sie und küsst das Grün
das so lange warten musste
um dem Dunkel zu entfliehn.

Ein Lächeln lockt sie aus der Seele
und verschönt so das Gesicht
lässt es frühlingsdurstig werden
und sehnsuchtsvoll wie mein Gedicht.

Gerti Kurth





Ich bin halt eine....

Bin eine Kleine,
doch nicht Allgemeine.
Tief in mir steckt ein Clown.
Ob jung, ob alt,
mich lässt nichts kalt,
auch wenn die Andern schaun.

Ein Luftikus, 
ein Fidibus
ein Kindskopf ohne Scham. 
Mal hoch hinaus,
mal gradeaus,
mich macht kein Ärger gram.

Mein Herz ist toll
und übervoll.
Es tanzt für dich Ballett.
Die Himmelsleiter
erklimmt es heiter
im musischen Duett.

Ich bin halt eine,
wie sonst wohl keine,
das macht mich intressant.
Willst du mich küssen,
dann sollst du wissen.
Ich liebe ohne Pfand.

                                                           
     
                                                      © Gerti Kurth

Karneval

Die ganze Welt im Abendkleid,
herausgeputzt und grell.
Das Dolce vita macht sich breit
und Lüste keimen schnell.

Küsse, die wie Feuer sind,
nur für den Augenblick bestimmt.
Die Nacht wird unbescheiden
und die Moral ist blind.

.© Gerti Kurth

Augen-Blicke

Ein ganzes Leben
verpackt
in einem Koffer.

Das Kind an der Hand
sucht sie die Lücke,
eine Lücke 
zur Menschlichkeit.

Nicht willkommen
in einem Land,
wo Freiheit
 kein Fremdwort ist.

Augen, deren Blicke
ins Herz gehen
und doch keine Türe öffnen.

Fremd sieht sie aus
in ihren Tüchern,
dem Mantel der Heimat.

Ihr ganzes Leben 
in einem Koffer
und das Kind an der Hand,
das sie nicht loslässt.

.© Gerti Kurth




Schnee

Der Tag erwacht
im Winterkleid,
unschuldig weiß
hält er's bereit.
Der Mensch sieht es
vom Glück beseelt,
bemerkt nicht, dass
so manches fehlt.
Der Schnee verdeckt
das Leid, den Gram,
was früher mal zutage kam.

Doch wenn die  kalte Schönheit weicht,
im nassen Grau das Tal erreicht,
dann denk in dieser
tristen Zeit,
der Frühling hält sich
schon bereit.
Für ihn ist Schmelz aus
Eis und Schnee
 ein Labsal für den
frischen Klee.

.© Gerti Kurth


Inventur

Das vergangene Jahr
zusammen gefaltet,
und säuberlich neben die andern gelegt.

Die Träume sortiert
und auf Halde verladen,
die welken Herbstblätter weggefegt.

Den Zaun übersprungen,
die Seele entrümpelt.
Den Wecker auf Neuzeit umgestellt.

Den heutigen Tag
mit Hochglanz versehen,
damit das JETZT eine Chance erhält.

 
© Gerti Kurth


Advent Advent

Advent, Advent
ein Lichtlein brennt....,

doch nein, es brennen vehement
wohl tausend Lichter unverbrämt
an bunten Warenhäusern.

Girlanden leuchtend über Straßen
lassen das kleine Licht verblassen.
Es herrscht die Hektik in der Stadt,
wo jeder nur Gedanken hat,
nicht irgendetwas zu verpassen.

Derweilen still das Kerzlein brennt
das doch so gern Beachtung fänd,
dann aber auslöscht mittendrin.
Advent.....wer kennt noch deinen Sinn?

Gerti Kurth