Nicht loslassen....

Nicht loslassen
die Hand,
die Heimat ist
für eine streunende Seele.

Festhalten
die Leiter,
deren Sprossen
zerschlissene Stunden birgt.

Hochsteigen
den Berg,
wo Erinnerungsfäden
Vergangenes festhalten.

Wiederfinden
mich selbst,
den Blick nach vorn,
doch in den Fußstapfen von dir.

 © Gerti Kurth


Allen meinen lieben Leserinnen und Lesern wünsche ich von Herzen
ein gesundes, erfolgreiches, friedvolles 2018

Es macht mich froh, wieviele Menschen an meinen Gedichten Freude haben
und es animiert mich, auch wenn in den letzten Wochen die kreative Phase
ein bisschen eingeschlafen ist. 
Es gehört zu den üblichen, am Jahresende geplanten Vorsätzen, die aber hoffentlich erfüllt werden.
Eure Gerti
Foto Gerti


Neujahr

Das neue Jahr noch zukunftsschwanger
stellt alte Laster an den Pranger.
Kampfbereit zum Neubeginn
und im exakten Vorwärtsschritt
schaut es mit keinem Blick zurück.

Gerti Kurth

 
Freud und Leid liegen so nah beieinander und man muss sich mit beiden abfinden. So kann eine traurige Zeit mit einem frohen Erlebnis unterbrochen werden. Du bemerkst, die Welt zeigt dir ein anderes Gesicht und du schätzt dieses Erlebnis umso mehr, weil es dir Auftrieb gibt in einer trüben Zeit.
Immer im November, wenn Erinnerungen, wie bunte Blätter an dir vorbeiflattern und die Bäume kahl erscheinen lassen, dann ist auch die Zeit der Lesungen für mich. Die melancholische Stimmung schreibt die schönste Poesie. 

11. November 2017
11. November 2007

Verlassen

Er legte den Schleier
über die Sonne
und pflückte die Freude
aus ihrem Haar.

Er warf kalte Asche
auf blühende Träume
und ließ ihre Hand los
als Herbst es war.

© Gerti Kurth


Es gibt Zeiten, da läuft alles gut, das Leben ist lebens-und liebenswert. Man könnte die Welt umarmen. So geht es mir momentan. Ich könnte Bäume ausreißen, die Sterne runterholen und jedem eine Freude machen.Woran liegt das? Ich weiß es nicht und es ist auch nicht wichtig. Ich genieße einfach die Zeit und denke nicht, dass sie gewiss irgendwann wieder vorrüber sein könnte.

Bestimmt trägt dazu auch der Erfolg an meinen Lesungen bei und deshalb klickt auf den obigen Link. Er gehört zu den Glücksmomenten

Komm,
mach das Fenster auf,
lass die Sonne herein,
schmücke dich
mit dem Blau des Himmels,
atme den Duft des Windes,
breite die Arme aus
für die Freuden des Tages
und dann
komm zu mir!
   
© Gerti Kurth


Mecklenburg

Der Raps wirft seine gelbe Schürze übers Land.
Er lässt sie leuchten in der grünen Weite.
Die Seele hat die Flügel ausgespannt,
schwebt storchengleich über das Aufgereihte.

Ich seh die Hast auf Straßen weitereilen
und grüß die alten Baumalleen am Rand.
Die stolzen Kronen lassen mich verweilen
in der Vergangenheit, die uns verband.

Der Himmel spiegelt sich in Wasseraugen,
die schilfbewachsen mir entgegensehn.
und in Erinnerung an das Vertraute,
möcht ich nochmal die alten Wege gehn.

   © Gerti Kurth


APRIL


An diesen tristen Regentagen
such ich, auf Frühling eingestellt
der Liebe hoffnungsvolles Fragen
den Lichtstrahl, der die Welt erhellt.

Endlich reißt der Himmel auf
Sonne bricht durch schwarze Schleier
frisst die Wolkenberge auf
wächst ins Blau, wird zum Befreier.

Wärmt der Erde braune Kruste
öffnet sie und küsst das Grün
das so lange warten musste
um dem Dunkel zu entfliehn.

Ein Lächeln lockt sie aus der Seele
und verschönt so das Gesicht
lässt es frühlingsdurstig werden
und sehnsuchtsvoll wie mein Gedicht.

Gerti Kurth